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Bis dass der Tod uns optimiert.

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Tot bist du perfekt, JP Delaney

Ich sag mal so: Wenn man sich auf die ungewöhnliche Story einlässt, ist TOT BIST DU PERFEKT von JP Delaney ein echt spannender Thriller, der so manche unvorhergesehene Wendung bereithält. Im Bucheinband wird die Story sogar als „erschreckend realistische Geschichte dessen, was passieren kann, wenn künstliche Intelligenz Einzug in unser Leben hält“ beschrieben. Ich fand sie weder realistisch noch erschreckend. Ich fand sie unterhaltsam, Feierabend-tauglich und streckenweise ziemlich unglaubwürdig. Das Thema ist groß. Aber selbst R2D2 kommt manchmal echter rüber als die Künstliche Intelligenz namens Abbie, die JP Delaney in den Mittelpunkt seiner Geschichte stellt.

Frau erwacht und ist voll künstlich. 

Darum geht’s: Die freiheitsliebende Künstlerin Abbie-Cullen Scott erwacht eines Tages als, ja, ähm, brandneuer, glänzender Roboter. Als Roboterin, um hier mal korrekt zu gendern. Oder besser: als künstliche intelligente Abbie, die sich nun ihre Haut wie einen Rollkragenpulli abstreifen könnte, wenn sie denn wollte. Nachgebaut wurde Abbie von ihrem eigenen Ehemann, dem Hightech-Unternehmer Tim Scott, der offenbar nie überwunden hat, dass seine echte Frau vor sechs Jahren spurlos beim Surfen verschwand und nie wieder auftauchte.

Scott, der im Silikon Valley motivierte Nerds wie Jünger um sich schart, baut schon seit Jahren an intelligenten Dienstrobotern, und so ist es wohl erst mal naheliegend, dass er den Verlust eines geliebten Menschen nicht einfach so hinnimmt. Nur: Handelt der Visionär wirklich aus Kummer, oder hat er seine fühlende, denkende Frau durch das perfekte Update ersetzt? Zumal er verdächtigt wird, bei ihrem Verschwinden massiv nachgeholfen zu haben …

Abgrund oder Update?

Auf den ersten Blick haben Tim und Abbie eine glückliche Ehe geführt. Auf den zweiten fragt man sich, ob dieses Bild nicht nur den Erinnerungslücken der KI Abbie zu verdanken ist, die bald schon beginnt, das Verschwinden ihres Originals zu untersuchen.

Interessant an dem Buch sind die Perspektiven, aus denen die Geschichte erzählt wird. Zunächst einmal aus der der künstlichen Intelligenz Abbie, die eines Tages erwacht und sich im ersten Moment für einen Menschen, eine geliebte Frau und die Mutter eines autistischen Sohnes hält. Mit der stetigen Selbstfindung der künstlichen Abbie werden dann einige interessante Fragen aufgeworfen: Wie kommt ein Roboter, der in der Lage ist menschlich zu denken und zu fühlen, eigentlich damit klar, dass er nur der Abklatsch eines Originals ist? Was passiert, wenn das Original wieder auftaucht? Und kann sich ein Roboter im Ernstfall gegen seinen Schöpfer wehren?

Die Erzählperspektive von Abbie wechselt regelmäßig mit der eines weiteren Erzählers, offenbar aus dem Umfeld der verschwundenen Abbie. Je mehr Hintergründe man aus dieser Perspektive erfährt, desto neugieriger wird man allerdings, wer da eigentlich die Story erzählt. 

Fazit: die perfekte Frau mal anders.

Ich bin aktuell ziemlich auf dem Thriller-Trip, was wahrscheinlich einfach daran liegt, dass ein coronabedingt eher eintöniges Leben im Home Office nicht gerade spannend ist. Wenn ich TOT BIST DU PERFEKT  mit dem JIGSAW MAN vergleiche, finde ich letzteres um Längen besser und spannender, da die Figuren einfach realistischer und nicht so gelackt und oberflächlich rüberkommen. Wer aber mal eine etwas andere Thriller-Story lesen möchte, dem sei TOT BIST DU PERFEKT  durchaus empfohlen. 

Details & Buch kaufen:

Mein Buch ist ein Rezensionsexemplar. Ich danke dem Verlag für die freundliche Bereitstellung.

Dieser Beitrag enthält Affiliate Links.


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