Spannend: VERWEIGERUNG.

Verweigerung, Graham Moore

Diese druckfrische, ultraspannende Story aus dem Eichborn Verlag kam per Post und hat mir das Leben gerettet: Ich hatte bei Twitter nach einem guten Thriller gefragt, nachdem ich den xten Roman augenrollend weggelegt und keinerlei Bücher mehr im Regal hatte, die ich auch wirklich lesen wollte. Buchmenschen wissen, wie niederschmetternd sowas ist. Daraufhin hat mir der Kaffeehaussitzer diesen Roman empfohlen, und ich habe die Feiertage glücklich mit Mord und Totschlag verbracht.

[powerkit_toc title=“Ein Mord ohne Leiche und die Frage, wer (Ge)Recht(igkeit) behält:“ depth=“2″ min_count=“3″ min_characters=“1000″]

Der Roman. 

VERWEIGERUNG von Graham Moore ist Ende Dezember in Deutschland erschienen und so ziemlich der spannendste Roman, den ich in diesem Jahr gelesen habe.  

Die Story ist hochintelligent, bemerkenswert glaubhaft und absolut unvorhersehbar durchgetaktet: Jessica Silver, die fünfzehnjährige Tochter eines Immobilienmoguls aus LA, verschwindet spurlos. Im Zuge der Ermittlungen kommt heraus, dass sie offenbar eine Beziehung zu ihrem Lehrer Bobby Nock hatte, gegen den sich (zu) schnell die Beweise verdichten. Der Afro-Amerikaner wird anhand von Indizien des Mordes ersten Grades angeklagt, obwohl Jessicas Leiche nicht gefunden wird. 

10 Jahre später. Die Anwältin Maja, die damals Geschworene im Prozess um Bobby Nock war, hat immer noch mit den Folgen des spektakulären Gerichtsverfahrens zu kämpfen, in dem der Angeklagte schlussendlich entgegen der öffentlichen Meinung freigesprochen wurde. Denn sie war es damals, die alle anderen elf Geschworenen in einem zermürbenden, monatelangen Prozess von einem Freispruch überzeugt und so die ganze Stadt gegen sich aufgebracht hat. 

Daher ist Maja auch alles andere als begeistert, als ihr Chef Craig ihr nahelegt, sich für eine TV-Serie zur damaligen Skandalgeschichte zur Verfügung zu stellen. Als bei einem ersten Treffen aller Geschworenen dann am Ende auch noch einer von ihnen tot in Majas Hotelzimmer liegt, sieht sie sich in einem Strudel aus alten Geschichten und neuen Ereignissen gefangen. Noch immer weiß keiner, was mit Jessica passiert ist, deren Leiche niemals aufgetaucht ist. Noch immer ist Maja überzeugt, damals richtig entschieden zu haben. Und noch immer gerät sie ins Visier der Öffentlichkeit, nur diesmal nicht als Geschworene, sondern als Hauptverdächtige in einem Mordfall. 

„Jeden Tag wachten die Menschen auf und hofften fieberhaft auf die Schlagzeile, die endgültig bewies, dass diejenigen, die auf ihrer Seite standen, die Guten waren, und die anderen die allerschlimmsten Verbrecher.“
(Verweigerung, Graham Moore)

Maja beginnt mit Unterstützung ihrer Kanzlei zu ermitteln und findet weitere Ungereimtheiten in dem zehn Jahre alten Fall. Bald stellt sich heraus, dass fast jeder der Geschworenen etwas zu verbergen hatte und auch Jessicas schwerreiche Eltern offenbar mit Informationen zurückgehalten haben, die dem Fall eine ganz neue Wendung geben könnten …

Das Fazit.

VERWEIGERUNG ist die Entdeckung des Jahres unter den Spannungsromanen. Ich habe von der ersten bis zur letzten Seite an diesem Buch geklebt und mehrfach nicht auf Ambitionen meiner Familie reagiert, mich beim Lesen anzusprechen. Die ganze Geschichte ist so stringent geschrieben, dass schlicht der Moment fehlt, an dem man das Buch hätte weglegen können. Also: großes Kino, auf jeden Fall lesen. 

Ausgabe und Autor:

Graham Moore ist ein US-amerikanischer Drehbuchautor und Schriftsteller. Er wuchs in Chicago als Sohn einer Universitätsangestellten und eines Anwalts auf. Für das beste Drehbuch nach einer Literaturvorlage zum Film „The Imitation Game – ein streng geheimes Leben“ erhielt er 2015 einen Oscar. Bereits sein Debütroman THE SHERLOCKIAN, ein Mix aus Sherlock Holmes Story und modernem Krimi, schaffte es auf die Bestsellerliste der New York Times. Es wird mit Sicherheit zu den nächsten Büchern gehören, das ich lese.

Zur Ausgabe: Hardcover, Eichborn Verlag, 400 Seiten, Ersterscheinung: 21.12.2020. Mein Buch ist ein Rezensionsexemplar. Lieben Dank an den Verlag für die freundliche Bereitstellung.

Weitere  Buchtipps.

Weitere Empfehlungen, die mich nach meinem verzweifelten „Ich hab nix mehr zu lesen“-Post bei Twitter erreicht haben, sind folgende: 

Ein paar dieser Bücher liegen schon parat, also darfst du gespannt sein, welches als Nächstes  hier auftaucht. Lieben Dank an die Twitter-Gemeinde für die super Tipps. Man kann dieses (und jedes andere) soziale Medium nämlich auch dazu benutzen, über Bücher zu socializen statt hahnebüchenes Zeug von Irgendwasgegnern oder ehemaligen Präsidenten zu lesen. 

Wenn du übrigens mehr auf verstreute Leichenteile und Serienkiller stehst als auf spannende Gerichtsstories, dann empfehle ich dir JIGSAW MAN aus dem Lübbe Verlag. Ich habe den Thriller mit großem morbidem Vergnügen gelesen und erwarte mit Spannung den zweiten Teil, der voraussichtlich im Herbst 2021 veröffentlicht wird. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte dich auch interessieren: