Ein Stück Hölle.

Verstreute Leichenteile ab Seite 1, ein echt fieser Serienkiller (oder gleich zwei?), eine Inspektorin am Rande des Nervenzusammenbruchs, englisches Scheiß-Wetter, ein paar Angst machende Wendungen und ne eklige Blutbad-Stelle hier und da. Zusammenfassend kann ich sagen, dass der JIGSAW MAN ein großes Lesevergnügen ist!

Der Thriller ist das gut gestrickte Debüt der gebürtigen Londonerin Nadine Matheson, die jahrelang selbst als Verteidigerin in Strafrechtsverfahren gearbeitet hat, bevor sie sich dem Schreiben widmete. Das Buch ist nahezu druckfrisch (ich hätte jetzt fast geschrieben „noch nicht lange tot“:-)) und ein Highlight in meinem Thriller-Regal. Denn es ist eins von denen, auf die du dich so richtig freust, wenn du abends ins Bett gehst – um dann enttäuscht zu sein, weil du es gestern schon zu Ende gelesen hast. 

Serienkiller im Londoner Süden.

Zur Story: Detective Inspector Anjelica Henley wird nach einer krankheitsbedingten Zeit im Innendienst zu ihrem ersten Außeneinsatz gerufen, als am Südufer der Themse ein paar abgetrennte menschliche Gliedmaßen gefunden werden. Schnell wird klar, dass es sich um mehrere Opfer handelt, und Henley fühlt sich an einen Fall erinnert, der ihr Leben drei Jahre vorher komplett aus den Angeln gehoben hat: 

Der Serienmörder Peter Olivier, von der Presse Jigsaw Killer genannt, tötete damals mehrere Menschen und verstreute ihre Einzelteile Puzzle-gleich über die ganze Stadt, bevor er auch Henley selbst schwer verletzen konnte. Nun ist die Inspektorin der Londoner Serial Cremes Unit zwar körperlich wieder hergestellt, aber bringt sie auch die Nerven mit, um sich der nächsten grausamen Mordserie zu stellen? Fakt ist, dass Olivier schon seit Jahren im Hochsicherheitsgefängnis sitzt, folglich stellt sich auch die Frage, ob er aus der Isolation heraus weitere Morde beauftragen konnte oder die SCU es mit einem übermotivierten Nachahmungstäter zu tun hat. Denn Olivier sieht sich als Künstler, während die neuen Morde noch grausamer zu sein scheinen. Doch der Täter kennt Details, die eigentlich nur der Jigsaw Killer selbst und Henleys Kollegen kennen können …

Jigsaw Man, Nadine Matheson

Fesselnd, auch übers Morden hinaus.

Neben der Story, die sich am Ende sauber zuspitzt, fand ich die private Seite der Figuren interessant, auch wenn diese oberflächlich betrachtet das Klischee der typischen Serienfiguren erfüllen: Henley selbst, die zwischen Familienleben im Reihenhaus und ihrer abgründigen Seite schwankt. Ihr neuer Ermittler-Praktikant Ramouter, der sich als gar nicht so nervig, sondern tiefgründig und mit eigener Geschichte herausstellt. Henleys Chef Pellacia, mit dem sie mehr teilt, als Henleys Mann lieb ist. Das passt alles für mich, auch wenn es manchmal schwer ist, die ganzen Leichen, Kollegen, Tatverdächtigen und Alibis im Eifer des Lesens nicht völlig durcheinander zu werfen. 

Fazit: schrecklich gut.

Wenn das Buch ein Tatort wäre, würde ich sagen: Hier hat jemand ganze Arbeit geleistet. Die Handlung ist von Anfang bis Ende spannend, vieles ist nicht vorhersehbar – und ehrlich gesagt nehme ich dem Thriller noch nicht mal übel, dass ich am Ende dasitze und denke: Fuck, jetzt muss ich auf den zweiten Teil warten. Denn ich weiß ja, dass der kommt, schließlich wird das Buch vom Lübbe-Verlag als Serienauftakt einer großartigen neuen Thriller-Serie beschrieben. Ich bin gespannt und freu mich drauf.

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