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Keine Zauberei, aber ziemlich heilsam.

Keine Zauberei, aber ziemlich heilsam.

Der Ernährungskompass, Bas Kast

Am Anfang war es ein bisschen wie bei Harry Potter. Alle hatten es gelesen. Alle haben darüber geredet. Am Ende bin ich eingeknickt und wollte mitreden. Ich habe es also gelesen. Ich habe über nichts anderes mehr geredet. Alle waren genervt. Ich war glücklich.

Natürlich kommen im ERNÄHRUNGSKOMPASS von Bas Kast keine Zaubersprüche vor, und ich werde nie ein riesiger Fan von Ernährungs- oder Kochbüchern werden. Aber das Buch, und darum ist es hier erwähnt, hat meine Art zu essen und einzukaufen leise und dauerhaft verändert.

Den Ernährungskompass als Diätbuch zu bezeichnen ist ein bisschen wie Harry Potter als Kinderbuch zu bezeichnen: möglich, aber viel zu flach.

Mehrere Jahre hat sich der Autor und Wissenschaftsjournalist durch aktuelle, teils widersprüchliche Studien gekämpft, um aus dem Latest Shit in Sachen Ernährung endlich mal ein Fazit zu ziehen. Anfangs im eigenen Interesse, weil sein Körper vor zu viel Junk Food in die Knie ging. Nun ist Kast mit der Angewohnheit, Chips zu Abend zu essen, sicher nicht alleine (räusper). Aber er ist der Einzige, der aus seiner radikalen Ernährungsumstellung das gegenwärtig immer noch erfolgreichste Sachbuch zum Thema gemacht hat. 

Die buchgewordene Essenz aller gängigen Ernährungsformen und -theorien, unterhaltsam und charmant in kleinen Häppchen aufbereitet.

Was ist gesund? Was macht krank? Was hält uns jung? Was lässt uns aus dem Leim gehen? Welcher Diät gehen wir besser nicht auf den Leim? Kast wollte es wissen. Und schafft es brillant, auch die detailliertesten Sachzusammenhänge interessant rüberzubringen. Statt Vorträge zu halten, nimmt Kast sich wichtige Lebensmittelgruppen, Food-Hypes und Ernährungsmythen vor und räumt so mit dem allgemeinen Chaos auf, das mal unser Essen war. Ok, ich brauche nicht unbedingt das Foto des inneren Bauchfetts einer Maus, die mit Fast Food gefüttert wurde. Aber anschaulich ist es schon, das gebe ich gerne zu.

Wenn ich Bas Kast auf einer Party am Büffet kennen gelernt hätte, dann wäre er bestimmt ein hervorragender Gesprächspartner gewesen. 

Ich mag sein Buch, weil es so schön intelligent und unprätentiös ist. Ich mag die Tipps, etwa nichts zu essen, was die eigene Großmutter nicht als richtiges Essen erkannt hätte. Ich finde es gut, dass er mir beigebracht hat, wie man ein gutes von einem schlechten Olivenöl unterscheidet. Und wegen seiner Ausführungen haben wir nach Jahren wieder eine RICHTIGE Kaffeemaschine.

Mein Fazit aus all den Gedanken hier: endlich mal ein gut geschriebenes Sachbuch, das Bock macht und nicht nur Zeit frisst. Ich liebäugle sogar mit einem passenden Kochbuch. Aber das ist eine andere Geschichte. 

Titel: Der Ernährungskompass
Autor: Bas Kast
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann
Auflage: Originalausgabe (5. März 2018)

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  1. […] zu faul zum Lesen bist … Und als Kochbuch, falls dich gegen Abend der Hunger aus dem Bett treibt. Hier erfährst du mehr!Details zum Buch ansehen // […]

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