Mach mal ne Not-To-Do-Liste!

Jahrzehntelang war ich amtierende Weltmeisterin im To-Do-Listen Schreiben. In meinen besten Zeiten hatte ich eine für jedes Kind, jedes Thema und jedes Projekt. Ich hatte digitale, irgendwo herausgerissene und handschriftliche, mit Kästchen zum Ankreuzen oder als Tafel in der Küche. #mentalload lässt grüßen, kein Mensch kann sich das hier ja sonst alles merken, echt jetzt.

Aber warum sind wir eigentlich alle so diszipliniert und akribisch darin, die Dinge zu tun und so furchtbar lasch darin, sie NICHT zu tun? 

Dr. Janna Scharfenberg bringt in ihrem Ayurveda For Life Planer die Not-To-Do-Liste auf den Plan, und ganz ehrlich: Wenn du mal alles abstellen würdest, was sinnlos, energieraubend, nervig und eigentlich nur leere, lästige Routine ist, brauchst du ja vielleicht gar keine Liste mehr für das, was übrig bleibt. Dann hättest du die Energie und den Kopf frei für Dinge, die wirklich wichtig sind. Und noch ein paar Extradinge, die Bock machen. 

Deshalb hab ich dir mal was vorbereitet: eine astreine, formschöne Not-To-Do-Liste, die ich so oder so ähnlich bereits seit einigen Monaten führe, hier als handliches PDF zum Download. Natürlich kannst du sie auch einfach als Inspiration nehmen und eine anfertigen, die mehr deiner persönlichen Lebenswirklichkeit entspricht, mit anderen Kategorien, die besser zu dir passen. Meine sind Folgende: 

Adieu undankbare Projekte.

Letztens erst hast du wieder XY gemacht, obwohl X gar nicht in deiner Job Description stand und du für Y entschieden zu smart bist. Dann hat auch noch Z angerufen und dich in dieses unterirdisch bezahlte Projekt mit dem viel zu engen Timing verwickelt. Du konntest so schnell einfach nicht Nein sagen, und zack, dann konntest du ja nicht mehr zurück. Echt nicht? 

Formuliere als Erstes auf deiner Not-To-To-Liste die Projekte und Aufgaben, die du ab heute nicht mehr übernehmen wirst. So speichert dein Gehirn diese besser ab und lässt sich auch nicht mehr so leicht im Meeting überrumpeln. Mach dir klar, WARUM diese Aufgaben nicht dein Job sind und formuliere es für dich. Aber mach dir auch klar, dass du dich nicht ellenlang für Aufgaben rechtfertigen musst, die ohnehin nicht deine waren. Lehne sie ab. Mit einem Satz. Kümmere dich nicht darum, wer einspringt, wenn es nicht explizit dein Job ist. Formuliere lieber für dich, was du stattdessen machen möchtest, um deine Ziele zu erreichen. 

Für Fortgeschrittene: Überlege, welche der bereits übernommenen Aufgaben du heute noch absagen kannst. Da geht bestimmt was, und du schaffst das. Ich teile hier übrigens Projekte nach den B&K Kriterien ein: Bringt es Bock, gutes Karma oder mich irgendwie weiter? Dann mache ich es. Wenn nicht, dann muss die Kohle stimmen und die Zeit, die ich investiere, muss begrenzt sein. Wenn das nicht absehbar ist, lasse ich (manchmal leise weinend) die Kohle an mir vorüberziehen. 

Tschüss toxische Freunde.

Jeder hat sie, diese eine Freundin, die eine düstere Opfer-Regenwolke über sich herträgt und dir auch noch die letzte Energie raubt. Seit Tagen schon hast du ÜBERHAUPT KEINEN BOCK, dich mit ihr zu treffen. Warum tust du es dann? Schritt 2 deiner Liste: Wirf Energieräuber wie die besagte Freundin (gibt’s wahlweise auch als Kerl), den anhänglichen Vollidioten aus deiner Grundschule (nein, nicht du, Stefan) oder die egoistische Kollegin aus deinem Terminkalender. Aber was sollst du denen denn nur sagen???? Dass du aktuell mehr Zeit für dich/deine Familie/deine Projekte brauchst. Punkt. Denn – Trommelwirbel – du bist den meisten Menschen gar keine Rechenschaft schuldig. 

Macht’s gut, miese Angewohnheiten.

Haha, schwieriges Thema. Ich war mal leidenschaftliche Raucherin, heute bin ich es nicht mehr. Irgendwann habe ich mir klargemacht, dass ich einige ausgewählte Dinge, die ich nicht offen vor meinen Kindern tun kann, auch nicht mehr tun möchte. Außerdem möchte ich gerne möglichst viel ihrer Lebenszeit mitbekommen, und das verträgt sich einfach nicht mit vollen Aschenbechern. 

Vielleicht möchtest du kein Fleisch mehr essen oder weniger Alkohol trinken. Schreib‘s auf die Liste und formuliere für dein Gehirn, welches positive Botschaften besser versteht, auch gleich die entsprechende Yes-Botschaft, also: 

„Ich möchte kein Fleisch mehr essen“ wird zu „Ich möchte mich darüber freuen, dass ich zum Tierwohl beitrage und mich viel besser fühle, seitdem ich mehr Gemüse esse!“

„Ich möchte keinen Alkohol mehr trinken“ wird zu „Ich möchte abends auf der Couch mit einem richtig tollen Tee aus dem Teeladen in meiner neuen Lieblingsteetasse entspannen.“

Alles erledigt?

Hast du noch andere Lebensbereiche, in denen du dringend etwas NICHT tun möchtest? Dann ergänze sie. Alles zu viel? Dann fange mit EINER Sache an, die du ab heute aus deinem Leben verbannen möchtest, und wenn du diese los bist, nimmst du dir die nächste vor. Was jetzt aus deinen To-Do-Listen wird? Schaff dir lieber ein Bullet Jounal an. Darin kannst du nämlich nicht nur deine (vermeintlichen) Pflichten, sondern auch deine Ziele festhalten. 

Schreib mir gern in die Kommentare, ob du auch so eine Not-To-Do-Liste gebrauchen kannst und welche Erfahrungen du damit gemacht hast!

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