Stricken ist das neue Bungee Jumping. Hobbys ab 45.

Top7 Hobbys 50+

Mit zunehmendem Alter wird man echt ein bisschen wunderlich. Du wachst morgens auf und hast auf einmal voll Bock auf Hobbys, die du bislang eher in einer Liga mit Kreuzworträtseln angesiedelt hattest. Ich sag jetzt mal: Stricken. Weißte Bescheid. Aber jetzt, mitten in der Pandemie und generell ab 45, solltest du dir schleunigst ein echtes Hobby zulegen. Denn nichts hebt so schnell und dauerhaft deine Laune und inspiriert.

Das Hobby ist tot, es lebe das Hobby.

Hobby. Das klingt schon sowas von neunziger. Befragt man die Statistiken nach dem beliebtesten aktuellen Hobby der Deutschen, steht Shoppen ganz oben auf der Liste. Nun macht ein virtueller Einkaufsbummel nicht mal halb so viel Spaß wie ein echter. Und jetzt? Netflix? Leergeguckt. Online-Hüpfkurs? Keinen Antrieb. Spazieren? Nicht schon wieder. Kochen? Jetzt hör aber auf. Hier meine Top7 der wirklich coolen Hobbys ab 45:

Stricken.

Zugegeben, es war der unglaublich geniale Name Wool and the Gang, der es geschafft hat einen DIY-Leugner wie mich auf ein paar Wollknäuel aufmerksam zu machen. Die hippe Marke stellt Stricksets für Anfänger und Profis zusammen und erleichtert auch dir den Einstieg in die Welt der selbstgestrickten Hipster-Klamotten.

Top7 Hobbys 50+

In den Siebzigern haben Mütter und die Grünen noch öffentlich gestrickt, ich selbst hatte die obligatorische Strickliesel als Kinderspielzeug. Damals war es ziemlich cool, sich selbst einen Pullunder aus Lurexgarn zusammemzuklöppeln, und heute gewinnt man bei Insta ebenfalls wieder den Eindruck, dass grober Strick nach mehr aussehen kann als nach nassem Hund in schlimmen Ockerfarben. Davon abgesehen wirken sich Handarbeiten nachweislich gut auf deine Gehirnleistung und dein Wohlbefinden aus: Wer strickt oder häkelt, entspannt sich und lässt den Geist fließen. Er fördert mit jeder Masche die Vernetzung neuronaler Zellen im Gehirn. Ich habe zu Weihnachten ein Set verschenkt und sehe mich selbst auch schon mit Strickset auf der Couch …

Gärtnern.

Ich liebe es. Vom ersten Moment an, als ich kurz nach dem Einzug in unser Haus auf dem Land den Spaten in der Erde versenkt habe, war Gärtnern mein Cardio. Was ich daran so liebe? Ich drücke es mal pathetisch aus:

Der Kontakt zur Natur verschafft dir wieder Kontakt zu dir selbst. Du lernst, Wachstum als etwas zu begreifen, das du fördern, aber nicht erzwingen kannst. Du lernst dich an den einzig wahren Zeitplan zu halten: den der Natur. Du erfährst am eigenen Leib, dass Arbeit Früchte trägt und freust dich wie verrückt darüber. Außerdem gibt es nichts Besseres als mit Freunden und Bier auf der Terrasse zu stehen und in die Rabatten zu glotzen.

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Mein Kumpel Andree ist noch einen Schritt weiter gegangen und hat die Permakultur für sich entdeckt, ein anderer hat sein eigenes Bienenvolk. Zu krass? Dann mach deine Fensterbank zum Mekka wohlriechender Kräuter, oder leg dir eine Urwald-Ecke im Wohnzimmer an.

Upcycling.

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber der Reiz des Kaufens nutzt sich langsam aber sicher ab. Eine prima Alternative ist da das Upcycling, also das Verwandeln oller Sachen in neue Lieblingssachen. Bei Pinterest findest du tausende guter Ideen, vom Möbel-Upcycling bis hin zu kleinen Ideen für Garten oder Home Office. Außerdem tust du mit der Wiederverwendung gebrauchter Dinge aktiv etwas gegen den allgemeinen Kaufwahn und die damit verbundene Ressourcen-Verschwendung. Mach mal ne Obstschale aus einer alten Langspielplatte. Oder deine alte Kommode zum neuen Lieblings-Möbelstück.

Wandern.

„Ich will wandern!“ sage ich vor einigen Wochen zu meinem Mann und sehe mich schon im Geiste bei Gegenlicht in schmeichelhaften Bergsteiger-Klamotten die sanften Hügel der Eifel überqueren. „Ich nicht.“ sagt mein Mann in seiner unnachahmlich trockenen Art. Als ich dann noch meinen Plan vorbringe, mit den Jungs doch demnächst eine Alpentour zu machen, ist er kurz davor, mir den Puls zu fühlen. Abends mit Freunden stelle ich fest, dass einige genauso wanderbegeistert sind wie ich. Mit dem Unterschied, dass sie auch wandern gehen, statt nur davon zu reden. Wir verabreden uns für eine kleine Tour, und am Tag der Tage schwächel ich ab, weil es in Strömen regnet. Dann kommt Corona. Dann der Winter. Fakt ist aber, dass das Wandern fest auf meiner Post-Corona Bucket List steht. Du darfst also gespannt sein.

Naturkosmetik.

In den Achtzigern war es mal total modern, selbst irgendwelche kuriosen Gesichtsmasken aus Lebensmitteln zusammen zu matschen. Heute sieht die eigene Herstellung von Naturkosmetik deutlich besser und auch spaßiger aus. Blogs wie Smaticular oder auch Marken wie The Makery oder Coscoon inspirieren mit tollen Ideen oder bieten direkt fertige Sets. Ich habe es noch nicht ausprobiert, bin aber gerade echt ziemlich angetan von den vielen Möglichkeiten.

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Ein Aquarium.

Seit ich schätzungsweise 18 bin, habe ich ein Aquarium. Natürlich nicht durchgängig, weil ich ziemlich viel umgezogen bin, aber immer mal wieder. Aktuell ist es bevölkert von einer ganzen Schar knallroter Krebse und dunkelblauer Garnelen, die sich lustig vermehren, streiten, lieben und dekorativ vor sich hinschwimmen. Klar habe ich manchmal auch die Arbeit verflucht, die sowas macht. Aber ich bleibe seit etlichen Jahren mehrmals am Tag davor stehen, gucke wirklich lange hinein und komme einfach mal runter. Letztens hat eine Freundin ihrem Mann ein Aquarium zu Weihnachten geschenkt, und ich fand die Idee genial. Ein Hobby zu verschenken ist ohnehin tausendmal besser als Sachen, die man im Zweifel sowieso schon hat oder gar nicht wirklich braucht.

Clubbing.

Haha, ne, du bist zu alt für die Disco, also wirklich. Aber du kannst ja mal überlegen, welchen Club du gründen könntest, um dein Hobby zu boosten. Ein Buchclub ist ja der Klassiker, wobei ich persönlich es anstrengend finde, Bücher zu lesen, die ich vielleicht gar nicht zu 100% selbst lesen wollte. Ich hätte eher Bock auf einen Club, wo man sich einmal im Monat bekloppte Gedichte vorliest. Ich wäre sogar bei einem Kochclub dabei, wenn es hilft.

Übrigens: Hobbys sind auch super, um keinen Home-Office-Koller zu bekommen und trotzdem etwas für den beruflichen Erfolg zu tun. Denn jede Beschäftigung, die du frei von Zwang und Zeit ausübst, aktiviert deine Kreativität. Davon abgesehen verbessert es natürlich nachweislich die Laune, den eigenen Interessen mehr Zeit zu widmen. Und jetzt? Handy weg und Strickset kaufen, würde ich sagen. Ich wünsch dir viel Vergnügen.

(Alle Fotos in diesem Artikel sind von Kelly Sikkema/Unsplash)

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