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Adieu Social, Hallo Welt.

Adieu Social, Hallo Welt.

Adieu Social, hallo Welt!

Kein Witz: Gestern Nacht liege ich wach im Bett und zähle aus purer Langeweile meine Social Media Seiten. Als ich bei sechs angelangt bin, reift in mir die Erkenntnis, dass Menschen wie ich niemals so viele Seiten brauchen und dass ich überdies nicht mehr alle Latten am Zaun habe. Gerade ich, die sich ständig beschwert, dass sie so viel zu tun hat. Sechsmal zehn Minuten sind schon eine Stunde, in der ich auch eine Fremdsprache oder Breakdance hätte lernen können. Oder einfach mal rumsitzen und in die Gegend starren. Xing und dieses andere hässliche Networking-Ding, dessen Name mir gerade nicht einfallen will, noch nicht mal mit eingerechnet. Vielleicht würde ich ohne Social Media gerade im Café sitzen und in perfektem Französisch ein Frühstück für zwei bestellen.

Zuerst die Frage: Wie viel Social Media wär denn ok?

Zwei Seiten vielleicht, denke ich. Zwei ist immer gut. Zwei ist nicht so einsam wie eins und nicht so übertrieben wie drei. Und dieses ganze Gerede, dass man als Blogger in allen Medien vertreten sein und Reichweite generieren sollte? Ja. Nicken. Lächeln. Hey, schaut doch dann einfach alle auf meinen zwei supercoolen Seiten vorbei:-)

Also los, erst mal Facebook löschen.

Seit 10 Jahren sind wir zusammen, Facebook und ich. Schon zweimal fast gelöscht, aber dann nie durchgezogen. Dabei leben wir eigentlich nur noch nebeneinander her. Einen Schlussstrich zu ziehen ist trotzdem schwierig. Meine ganzen gesammelten Schulfreunde und Sandkastenlieben, meine alten Arbeitskollegen, Blogleser und Ferienfreundschaften. Oh Gott, die sind dann ja alle weg! Mir fällt diese Filmszene bei Avengers ein, wo auf einmal die halbe Menschheit zu Staub zerfällt. Ziemlich schnell entscheide ich mich für die Feigling-Variante des Sich-Trennens: Ich lösche meinen Facebook-Account für den Buchblog und behalte meine private Seite. Meine alten Dorfkumpels können ein paar Buchtipps sowieso gut vertragen. Und die anderen können mir eine Freundschaftsanfrage senden. 10 Minuten von 60 gespart. Es fühlt sich trotzdem wie Verlieren an.  

Instagram, dieses ganze Followerding.

Auch bei Insta hab ich zwei Präsenzen, @gotthebooks für den Buchblog und @mightynina (privat). Hilft alles nix, eine davon muss weg. Ich entscheide mich dafür, @mightynina zu behalten. Ehrlich gesagt liebe ich allein schon den Namen. Ich stelle das Profil auf „öffentlich“ und fühle mich ok. Buchtipps kann ich genauso gut hier posten, mein Leben ist ja schließlich auch ein buntes Durcheinander von Büchern, Kollegen, Familienausflügen und Gedöns. Außerdem ist @gotthebooks mit Abstand der größte Zeitfresser. In diesem Zuge entscheide ich mich direkt dafür, keine Bilder mehr zu bearbeiten. Spontanes Raushauen war ja eigentlich mal der Sinn dieses ganzen Social Media Wahnsinns, also back to the roots. Schwieriger ist die Frage, wie ich meine Buch-Follower zu @mightynina bekomme. Heul. Ein paar Posts und Nachrichten müssen reichen. Das ist der Vorteil, wenn man keine 10.000 Follower hat: Das Raunen in der Menge fällt überschaubar aus.

Bleiben noch Twitter und Pinterest.

Pinterest: zack, löschen, fertig. Bei Twitter bekomme ich direkt ein schlechtes Gewissen, weil ich NIE da reingucke, obwohl ich es mir ganz wunderbar vorstelle. Also erst mal reingucken. Hachja, LinkedIn, so hieß dieses Networking-Ding, jetzt fällt es mir wieder ein. Brauch ich das? Janajavielleicht, weg damit, ich hab grad einen Lauf.

So, immerhin bin ich jetzt schon bei vier Seiten inklusive Xing. Ich schätze ich ruh mich jetzt erst mal aus. Heißt ja auch: die phantastischen Vier. Folgt mir auf Instagram unter @ninagoldhammer, ich freu mich auf euch, macht‘s gut.


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